Saturday, February 03, 2007

Happy teachers day

Am vergangenen Donnerstag und Freitag feierte die Mongolei den Teachersday. Diese Tage sind dazu geschaffen die Arbeit der Lehrer und Lehrerinnen zu würdigen.
An unserer Schule wurde dieser Anlass wie folgt gefeiert:

Am Donnerstag unterrichteten aus diesem Grund die ältesten Schülerinnen und Schüler die Klassen. Die Lehrpersonen schauten in die verschiedenen Stunden rein, nahmen sich Zeit für Schwätzchen und genossen dabei diverse Süssigkeiten. In der Eingangshalle der Schule wurden für jede LP ein rosa Couvert aufgehängt, in das die Kinder Briefchen mit Würdigungen für die LP’s legen konnten.
Es muss auch Brauch sein, dass sich die Lehrerinnen und Lehrer für diesen Anlass neue Kleidung kaufen. Auf jeden Fall waren alle total chick gekleidet. Alle Damen erschienen in Glitzerkostümen und den schönsten High Heels. Da war ich mit meinen schönen schwarzen Hosen und einer weissen Bluse (von Bernadette geliehen) nicht genügend angezogen. Aber zum Glück habe ich den Anfänger- und Ausländerstatus.

Am Freitag unterrichteten wieder die LPs, hingegen fand am Nachmittag eine riesen Feier im Theater von Darkhan statt, zu welcher wir auch eingeladen waren. An diesem Anlass wurden die besten Lehrer und Lehrerinnen vom Aimag Darkhan gekührt. Welche Kriterien ausschlaggebend waren konnte ich nicht so recht herausfinden. Die Lehrpersonen nahmen auf jeden Fall an irgendwelchen Competitions (Wettbewerben) teil. Die Gewinnerinnen und Gewinnern wurden dann an diesem Nachmittag mit einem riesen Trara geehrt.

Da sass eine Jury in Reih und Glied auf der Bühne, ca. 12 Männer und eine Frau, die dann die Medaillen den entsprechenden Sieger und Siegerinnen austeilte. Eine Art Pin, die die LP’s bei offiziellen Anlässen sich anstecken können. Viel Medaillen zeichnen also eine gute Lehrkraft aus. Und ja, diese Auszeichnungen wurden natürlich von Ehrendamen überbracht. Während der ganzen Zeremonie dröhnte irgendwelche Russische Schlager-Techno-Siegermusik.

Unsere Schule erhielt die Auszeichnung Top School of the District, vielleicht sogar von der ganzen Mongolei, das habe ich nicht recht mitgekriegt. Die besten Kinder der Schule nahmen an einem Wettbewerb teil, deren Sieg dann unserer Schule dann den Top-Titel einbrachte.

Die ganzen Ehrungen dauerten von 13.00 bis 16.30 Uhr. Wobei die letzte Stunde Unterhaltung war. Dieser Teil war unbeschreibbar beeindruckend. Wir durften mongolische Volkstänze, -lieder, und –gesänge erleben, gespickt mit Akrobatik (Balancieren auf Röhren und Stühlen, usw.) vom Feinsten. Mir kam es vor wie in einem hoch stehenden Zirkus, nur führten dies Kinder einer Waisenhausschule vor. Ich war beeindruckt, sprachlos. Was Förderung alles bewirken kann, was für Talente doch in Kindern, aber auch in Erwachsenen lauern.

Anschliessend stand eine Feier an unserer Schule an. Zuerst wurde nochmals die Preisträgerinnen und Preisträger unserer Schule geehrt, dann noch weitere LPs ausgezeichnet, dann alles mit einem Vodka-Shot begossen (auf leeren Magen). Zwischendurch tanzte ein Knabe und Mädchen unserer Schule Standardtänze (Tango, Walzer) vor. Dann hiess es für alle zu tanzen. Im Hintergrund erklang wieder russischer Bum-Bum-Schlager. Tja, man fegte drehend über die Tanzfläche oder stand im Kreis, während immer jemand in den Kreis stehen musste um irgendetwas vorzutanzen. Diese Musik liegt mir nicht so im Blut und war deshalb heilfroh, dass ich nicht in die Mitte gehen musste.


Anschliessend fand endlich das Nachtessen statt. Es war Zeit etwas in den Magen zu kriegen. Die Tische eines Schulzimmers waren zu Gruppentischen zusammen gschoben und waren je mit einer Torte, Schalen mit Bonbons, Keksen, Früchten, Fruchtsäften, Wasser- und Vodkaflaschen dekoriert. Als Vorspeise gab es eine Art Kartoffelsalat, danach wurde von den Süssigkeiten auf dem Tisch genascht, Vodka und Salztee für alle ausgeschenkt. Später folgte die Hauptspeise (Reis, Kartoffeln, Karottensalat, Kohlsalat, Peperoni-Geschnetzeltes), und wieder Vodka. Ja, man muss jedes Mal mit anstossen und das Glas erheben und einen Schluck probieren. Es war oke, wenn man jeweils nur einen Schluck Vodka nahm. Und trotzdem füllten sie es nach jeder Runde wieder bis zum Überlaufen nach.
Die Stimmung war locker, lustig, fröhlich und einige Mongolen und Mongolinnen liefen zur Höchstform auf.
Nach dem Hauptgang wurde wieder genascht, getanzt, dann wurden irgendwelche Gruppenspiele und Fun-Auzeichnungen (wer war heute am traditionellsten angezogen) durchgeführt. Die geehrten LPs offerierten dann noch Champus, Kirsch-Prallinen für alle.
Zum offiziellen Schluss der Feier gehörte das Anschneiden der wunderbarverzierten Rahm-Torte. Tja, dann war es schon 00.00 Uhr. Müde von den vielen Eindrücken, Vodka und vielleicht auch noch ein wenig Jet-Lack verabschiedeten wir uns als zweite von der Party, die sehr wahrscheinlich bis 3 Uhr in der Früh gedauert haben wird. So feiern also die Mongolen ihren Teachers Day. Und übrigens alle begrüssten sich immer wieder mit Happy Teachers Day...und so schliesse auch ich....das war wirklich ein Happy Teachers Day...vor allem aber auch ein Happy Teachers Evening....

Gruss an alle...

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